Startseite > Fotografie-Tutorials | Impressum/Kontakt

Fotografie...
FAQ: Reproduktionen
Welches
Licht
für
welche
Repros?
Reproduktionen gehören zu den Bereichen der Fotografie mit den extremsten Anforderungen an die Qualität der Lichtquellen. Während es in der "normalen" abbildenden Fotografie meist nur um einen farblichen Gesamteindruck geht, wird von Reproduktionen oft eine weitgehendste Übereinstimmung aller Farben (das heißt jeder einzelnen Farbe) mit der Vorlage erwartet. Dies kann aufgrund vieler prinzipieller Gründe nicht erreicht werden, doch eine Reproduktion kann als nicht fachgerecht bezeichnet werden, wenn nicht alle Faktoren zur Optimierung der Farbübertragung berücksichtigt wurden, und eine der wichtigsten davon ist zweifellos die richtige Wahl der Lichtquellen.

Dabei spielen folgende Kriterien eine herausragende Rolle:

Im Prinzip stehen in der Praxis folgende Lichtquellen zur Verfügung:

Fazit

Reproduzierbarkeit
Wiederholbarkeit

Reproduktionen stehen normalerweise nicht für sich allein, sondern sie werden meist in einem größeren sachlichen oder zeitlichen Kontext betrachtet:

Künstler oder Grafiker lassen ihre Werke reproduzieren und erwarten, dass auch die Reproduktionen ihrer nächsten Arbeiten - vielleicht ein halbes Jahr später in Auftrag gegeben - gleich ausfallen, oder reproduzierte Abbildungen werden mit anderen Reproduktionen zusammen im Tableau oder in einem Buch gedruckt veröffentlicht, und auch hier sollten möglichst keine Unterschiede in der plastischen oder farblichen Wiedergabe der Originale zu sehen sein.

In der Praxis bedeutet das, dass die Ausleuchtung der Reproduktionen - Helligkeit, Lichtbeschaffenheit, Anordnung der Lichtquellen - genau definiert sein muß und exakt wiederholt werden kann. Feinste Abweichungen - etwa durch Alterung der Lichtquellen oder Blitzröhren, bzw. durch Stromspannungsschwankungen - werden sich jedoch nicht vermeiden lassen.

Steuerbarkeit
Die räumliche Anordnung der Lichtquellen (siehe: Reproduktionen und Raumgröße bzw. Abstand der Lichtquellen bzw. Reproduktionen und Ausleuchtungswinkel) muß exakt steuerbar sein, was jedoch nicht mit allen Lichtquellen problemlos möglich ist.So ergeben sich beispielsweise Einschränkungen bei der Verwendung von Tageslicht oder bei Leuchtstoffröhren durch deren Form und Größe.

Ebenfalls Einschränkungen ergeben sich bei einigen Lichtquellen bei der Steuerbarkeit der Helligkeit, was jedoch in den seltensten Fällen in der Praxis eine Einschränkung bedeutet.

Einen seltenen Sonderfall der Reproduktionstechnik stellt die in manchen Fällen notwendige Entspiegelung von Vorlagen mittels polarisierten Lichtes dar. Da die hierfür benötigten Polarisationsfilter in Größe und Hitzefestigkeit nur in begrenzter Auswahl erhältlich sind, eignen sich nur einige Lichtquellen für diese aufwendige Technik.

Kontinuität
des
Lichtspektrums
Dies ist der wohl wichtigste Punkt bei der Beurteilung von Leuchtquellen, zumindest im Farbbereich.

Natürliches Tageslicht und Kunstlicht (Heißlicht) weisen ein kontinuierliches Spektrum auf, d. h. ihr Licht enthält in mehr oder weniger gleichen Anteilen alle existierenden Farben, kann somit auch alle existierenden Farben "beleuchten" und zur Geltung bringen.

Blitzlicht und Metallogenlicht haben strenggenommen bereits kein kontinuierliches Spektrum mehr, in der Praxis jedoch kann dieses Licht noch als kontinuierlich angenommen, bzw. mit kontinuierlichem gleichwertig gesetzt werden.

Anders sieht dies jedoch bei Leuchtstoffröhren aus: Selbst spezielle Leuchtstoffröhren mit extrem hoher Farbübertragungsrate weisen immer noch einen zu hohen Prozentsatz an Farblücken auf, um für fachgerechte Reproduktionen geeignet zu sein. In der Praxis wirken sich solche Lücken in starken Verfälschungen, meist zu dunkler Wiederabe einzelner, meist besonders engbandiger, d. h. reiner Farben aus.

UV-Anteil
Der UV-Anteil der Lichtquellen hat zwei Aspekte:

Zum einen die UV-Belastung der zu reproduzierenden Vorlagen - wobei dies, wenn überhaupt, nur bei wirklich extrem empfindlichen Objekten (zum Beispiel sehr alte Herbarien) zum Tragen kommt.

Zum anderen bei der Wiedergabe von Vorlagen mit optischen Aufhellern ("Weißmachern"). Optische Aufheller bewirken eine Umwandlung des auffallenden UV-Lichtes in sichtbares Licht, durch diesen Trick werden sie tatsächlich "weißer als weiß". Solche Stoffe befinden sich in vielen Geweben, in Waschpulvern, leider auch in vielen - für die Reproduktion daher völlig ungeeigneten - Farben und weißen Papieren.

Leider reagieren fotografische Filme meist vollkommen anders als das menschliche Auge auf diese optischen Aufheller, in der Regel mit einer sehr deutlichen und unangenehmen Verblauung. Mit Filtern kann man diesem Problem nicht beikommen, da nur diejenigen Partien verblauen, in denen die Aufheller vorkommen (z. B. dem Papierträger), wogegen die anderen Bereiche vollkommen neutral bleiben. Eine Minderung dieses Effektes kann am ehesten erreicht werden, indem man für möglichst UV-armes Licht sorgt. In der Praxis heißt das, hochwertige Blitzanlagen mit goldvergüteten Blitzröhren mit elektronischer UV-Unterdrückung oder Heiß- oder Metallogenlicht mit wirksamen UV-Filtern zu verwenden. Leuchtstoffröhren und natürliches Tageslicht enthalten immer einen relativ hohen UV-Anteil, der sich aus praktischen Gründen kaum wirksam eliminieren lässt.

Natürliches
Tageslicht
Obwohl dies mit Abstand die billigste Lichtquelle ist, ist sie doch für gute Reproduktionen sehr schlecht geeignet. Schlechte Reproduzierbar- und Steuerbarkeit sowie der hohe UV-Anteil lassen Tageslicht-Reproduktionen weitgehend zur Glücksache werden.

Trotzdem bleiben sie in vielen Fällen, zum Beispiel bei übergroßen Vorlagen oder bei Zeitknappheit und nicht ausreichendem Equipment der einzig gangbare Weg.

In diesen oft unvermeidbaren Fällen sollte darauf geachtet werden, eine direkte Ausleuchtung mit Sonnenlicht zu vermeiden. Vorzuziehen ist das weiche und schattenarme sogenannte "Nordfensterlicht", also indirektes Himmelslicht. Da die Farbtemperatur bei diesem Licht unvorhersehbaren Schwankungen unterliegen kann, sollte die Reproduktion auf Negativ- statt auf Dia-Material vorgezogen werden, sofern nicht ein gutes Gerät zur Messung der Farbtemperatur mit entsprechenden Korrekturfiltern zu Verfügung steht. Die Gefahr farbstichiger Dias wäre zu groß und bei Abzügen von Negativen können Schwankungen der Farbtemperatur weitgehend korrigiert werden.

Blitzlicht
In der professionellen Fotografie die weitest verbreitete Art der Ausleuchtung. Leider bieten nur sehr hochwertige Blitzanlagen mit elektronischer UV-Reduzierung und vergoldeten Blitzröhren einen so ausreichend niedrigen UV-Anteil des Lichts, dass die Verblauung durch optische Aufheller vermieden wird. Ansonsten ist Blitzlicht - eine gute Blitzanlage und vergütete Blitzröhren vorausgesetzt - für Reproduktionen optimal.
Metallogenlicht
Es gilt das zu Blitzlicht gesagte, jedoch mit einigen Einschränkungen, die durch die relativ hohe Hitzeentwicklung beim Arbeiten mit dieser Lichtart entstehen. Insbesondere ist die Verwendbarkeit von Filtern - UV-Filter oder Polarisationsfolien - eingeschränkt. Die Qualität des Lichtes jedoch ist gleichwertig mit Blitzlicht.
Kunstlicht,
Heißlicht
Für Kunstlicht gilt im Prinzip das gleiche wie für Metallogenlicht - Hauptnachteil sind die hohe Hitzeentwicklung und die damit entstehenden Einschränkungen. Für eine wirksame UV-Reduktion muß auch bei Kunstlicht - trotz der niedrigeren Farbtemperatur - gesorgt werden.
Leuchtstoffröhren, Fluoreszenzlicht
Fluoreszenzlicht scheidet für fachgerechte Reproduktionen aufgrund seiner Lücken im Farbspektrum, zumindest für die Farbverarbeitung, aus.

Weitere Nachteile sind:

Mangelhafte Reproduzierbarkeit, da Leuchtstoffröhren im zeitliche Verlauf eine schwankende Helligkeitsabgabe aufweisen - starke Zunahme der Helligkeit in den ersten ca. 15 Minuten nach dem Einschalten der Röhren, danach wieder ein leichtes Abfallen der Helligkeitskurve innerhalb von Stunden.

Mangelhafte Steuerbarkeit durch die Form und Größe der Leuchtkörper - so ist es z. B. praktisch unmöglich, Leuchtstoffröhren mit wirksamen UV-Filtern zu versehen oder mit Polarisationsfiltern zu arbeiten.

Fazit
Die optimale, wenn auch leider die teuerste Lichtquelle für Reproduktionen besteht aus einer guten Blitzanlage mit 2 - 4 Blitzköpfen, goldvergütete Blitzröhren und elektronische UV-Reduktion vorausgesetzt.

Qualitativ nicht nachstehend, jedoch preiswerter, dafür mit Handling-Nachteilen versehen sind Metallogen- und Heißlicht, sofern man wirksame UV-Filter für diese Lichtquellen erhält. Ob die Technik der Entspiegelung von Reprovorlagen mit polarisiertem Licht mit diesem Lichtquellen möglich ist, hängt im Einzelfall davon ab, ob man passende und ausreichend hitzeresistente Polarisationsfolien am Markt findet. Jedoch wird diese Spezialarbeit selten benötigt, sie ist auch selten sinnvoll.

Natürliches Tageslicht bringt zwangläufig sehr große Nachteile mit sich und erfordert große Erfahrung, um zu guten Ergebnissen zu kommen. Jedoch ergeben sich in der Reproduktionspraxis immer wieder Situationen, in denen eine künstliche Ausleuchtung nicht zu bewerkstelligen ist.

Von Leuchtstoffröhren und Fluoreszenzlicht sollte in der Reproduktionstechnik Abstand genommen werden.

 



Sprachurlaub in Italien, Malta, Spanien Copyright (c) 1999-2011 media deluxe - Beratung New Media

Indernet | Schmuck | Sprachurlaub in Italien, Malta, Spanien | Infos zu Akkus und Batterien