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FAQ: Reproduktionen
Welchen
Film
für
Repros?
Dieses Thema ist leider genauso traurig wie schnell abgehandelt: Es gibt gegenwärtig schlichtweg keine für Reproduktionen wirklich gut geeigneten Filme. Den Filmherstellern ist offenbar dieser spezielle Markt zu klein.

Der Kontrastverlauf der normalen Aufnahmefilme ist für Repros in den Mitteltönen etwas zu steil und in den Lichtern und Schatten zu flach. Wünschenswert wären Filme mit einem wesentlich geradlinigeren Kontrastverlauf.

Bezüglich der Farbübertragung zeigen die einzelnen Filmtypen zwar deutliche Unterschiede, aber eine allgemeine Beurteilung, welcher Film jetzt besser oder schlechter für Reproduktionen geeignet ist, erscheint unmöglich, da die Ergebnisse stark von der Beschaffenheit der Vorlagen abhängen. Zudem zeigt die Praxis, dass die Datenblätter der Filmhersteller oft nur wenig mit den tatsächlich erzielten Ergebnissen übereinstimmen.

Sehr störend bei Farbreproduktionen wird eine Abweichung in der Wiedergabe von Grauwerten aufgenommen. Daher bietet sich die Wahl eines Grauwerte linear wiedergebenden Filmes an, sogenannte Portrait-Filme sind also meist weniger geeignet, zumal diese einen für Reproduktionen zu weichen Kontrast haben.

Bei SW-Filmen kann mit der Entwicklung des Films weitgehend für eine lineare Grauwertwiedergabe gesorgt werden. Seitdem Agfa seinen P230p nicht mehr vertreibt, ist meines Wissens momentan kein ausgesprochener Repro-SW-Film mehr auf dem Markt. Als gänzlich ungeeignet für Reproduktionen von Farbvorlagen sind jedoch Filme ohne eine ausgewogene panchromatische Sensibilisierung zu werten (z. B. Technical-Pan).


Zusammenfassend lassen sich für die Praxis folgende Tips geben (von der Nennung konkreter Markenbezeichnungen möchte ich hier absehen):


Farbverarbeitung - Diafilme

Suchen Sie sich ein gutes Fachlabor mit einer guten E-6 Entwicklung und testen Sie mit verschiedenen 100 ASA-Filmen der drei großen Marken die Wiedergabe verschiedenartig beschaffener Vorlagen aus. Achten Sie vor allem darauf, wie neutral Weiß, Schwarz und die Grauwerte wiedergegeben werden (z. B. Graukeile oder Bleistiftzeichnungen). Stellen Sie fest, welcher Film in der Gesamtsumme die besten Ergebnisse brachte, und bleiben Sie fortan bei dieser Licht-Labor-Film-Konstellation. Eventuell - wenn Sie größere Serien in längerem zeitlichen Rahmen planen - sollten Sie diesen Test noch einmal mit anderen Chargennummern der Filme wiederholen.


Farbverarbeitung - Negativfilme

Suchen Sie sich ein gutes Fachlabor mit einer guten C-41 Entwicklung und testen Sie mit verschiedenen 100-160 ASA-Filmen der drei großen Marken die Wiedergabe verschiedenartig beschaffener Vorlagen aus. Meiden Sie dabei möglichst sogenannte Portrait-Filme. Achten Sie vor allem darauf, wie neutral Weiß, Schwarz und die Grauwerte in den Abzügen wiedergegeben werden (z. B. Graukeile oder Bleistiftzeichnungen). Ganz besonders problematisch ist die Wiedergabe von Weiß, das auf den Abzügen aus prinzipiellen Gründen nicht als Weiß, sondern im besten Fall als sehr helles Grau wiedergegeben werden kann. Stellen Sie fest, welcher Film in der Gesamtsumme die besten Ergebnisse brachte, und bleiben Sie fortan bei dieser Licht-Labor-Film-Konstellation. Selbstverständlich ist nur bei echten Fachabzügen mit verwertbaren Ergebnissen zu rechnen. Printer-Abzüge stellen bei Reproduktionen in hohem Maße ein Zufallsprodukt dar, und Farbschwankungen von Prints sagen nichts über die Qualität des verwendeten Filmmaterials aus.


Schwarzweiss-Verarbeitung

Auch für Schwarzweiss-Filme gilt, dass die Ergebnisse nur in Zusammenhang mit der Entwicklung des Films sowie der Weiterverarbeitung zu Abzügen gewertet werden können. Achten Sie bei der Auswertung Ihrer Tests darauf, wie linear ein Graukeil oder ein Grauverlauf auf den Abzügen wiedergegeben wird. Es sollten keine Sprünge in den Grauabstufungen zu sehen sein, die nicht der Vorlage entsprechen. Empfehlenswert auch hier sind ca. 100 ASA-Filme.

Generell gilt natürlich, dass das Filmformat den Anforderungen entsprechen muss:

Für Projektionen im allgemeinen Kleinbild-Dias, ansonsten muss zwischen Kleinbild und 8x10 inch Planfilm das optimale Preis-/Leistungsverhältnis gesucht werden. Im Optimalfall - wenn die Preisgestaltung es zulässt - richtet sich das Filmformat nach den maximal zu erwartenden Anforderungen (z. B. Druckgröße und -qualität), wobei bis DIN A4 Druck- oder Abzugsgröße 6x7, bei sehr hohen qualitativen Ansprüchen 9x12 angebracht ist.
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